von Dr. Errit Schlossberger, InsurTech-Builder
und Nicoletta Samira Staub, Bloggerin

Themen dieser Woche, v.a. im Segment „Lesenswertes“: Weg von der Beschäftigung mit sich selbst, hin zu der Beschäftigung mit den individuellen Kundenbedürfnissen und hin zu kanalübergreifender Kundenkommunikation! Und wer nicht digitalisiert, verliert! Womit InsurTechs zu kämpfen haben: Regularien und Datenschutz machen ihnen in D und EU das Leben schwer. Trotzdem werden mögliche Chancen genutzt: wie man bei der standortbasierten Versicherung von ONE sieht. 

InsurTech Letter ist der kostenlose Newsletter für InsurTech.
Mit dem InsurTech Letter können Sie auf einen Blick die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen 7 Tage nachverfolgen. Sie verpassen damit keine wichtigen, öffentlich zugänglichen InsurTech-relevante Studien und Analysen und auch keine Termine mehr. Wenn Ihnen der Newsletter gefällt, leiten Sie ihn gerne weiter.


** InsurTechs Deutschland **


InsurTech Hub Munich kooperiert mit japanischem Lebensversicherer Dai-ichi Life

Eine Win-Win-Situation: Die Japaner bekommen einen besseren Zugang zur europäischen InsureTech-Szene. Für die Startups im Netzwerk von InsurTech Hub Munich eröffnen sich neue Marktpotentiale im asiatischen Raum. be.invalue.de


ELEMENT Insurance AG mit neuem Vorstandsvorsitzenden

Der bisherige Generalbevollmächtigte Dr. Christian Macht wird Vorstandsvorsitzender der ELEMENT. In seiner neuen Position soll er die strategische Ausrichtung und die Internationalisierung fortführen. Das Führungsteam wird außerdem erweitert mit Iryna Zhovtobryukh (Chief Technology Officer) und Ingo Töpfer (Vice President Sales DACH). asscompact.deversicherungsbote.deversicherungsjournal.de


ONE startet GPS-basierte Reiseversicherung

Am Montag startet der Testlauf für „Travel Light“, die standortbasierte Versicherung, die via App individuelle Kurzzeit-Reiseversicherungen für Sachschäden errechnet. Abhängig vom jeweiligen Aufenthaltsort wird für Bestandskunden das jeweilige Risiko berechnet. Der Vertrag endet automatisch am Ende der Reise. Rund 80.000 Versicherungsnehmer nutzen zur Zeit die App. Kritiker befürchten besonders in der Gesundheitssparte, dass die Idee des Versichertenkollektivs zerstört werden könnte und bezweifeln, ob das „Kleingedruckte“ (bes. Ausschlüsse) ausreichend zur Kenntnis genommen werden. versicherungsbote.defocus.de


hepster launcht das leistungsstärkste Versicherungspaket für (E-)Bike-Leasing am Markt

Die Beliebtheit von Dienstfahrrädern steigt, doch fehlte bislang eine allumfassende Versicherungslösung, vor allem bei einem Leasing-Ausfall. Gemeinsam mit der Gothaer und der Chubb hat hepster nun ein Versicherungspaket mit folgenden Einzelversicherungen entwickelt: Vollkasko, Schutzbrief mit 24-h-Soforthilfe bei Unfällen und Pannen, Restschuldversicherung und Gap-Deckung. Die Versicherungen können auch einzeln abgeschlossen werden. openpr.de


XbAV baut Kundenbasis aus

Auf der Vermittlungsplattform XbAV, über die Arbeitgeber die Verträge ihrer Mitarbeitenden zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV) verwalten, ist nun auch die Condor-Lebensversicherung mit Direktversicherung, Unterstützungskasse und Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung. Neu dabei ist auch die NÜRNBERGER Versicherung. versicherungsjournal.de


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** InsureTechs International **

New cyber insurance platform offers quotes using single piece of data

Allein aufgrund des Domainnamens (Webadresse/URL) kann die neue Cyber Versicherungsplattform CFC ab 1. Juli die Risiken eines Unternehmen sofort digital erfassen und bewerten. CFC kann aufgrund dieser einen Angabe Attribute wie Handelsnamen und Adresse, Anzahl Mitarbeiter und Umsatz, was das Unternehmen macht, welche E-Mail-Systeme verwendet und wo die Websites gehostet werden, Schwachstellen, wieviele Geräte mit dem Internet verbunden sind, etc. erkennen. Die neue Plattform ist auch für Broker nutzbar. In Zukunft sollen Instant Chat und Messaging in die Plattform integriert und weitere anpassbare Optionen angeboten werden. canadianunderwriter.ca


** Lesenswertes ** 

Insurtech funding going strong in Q1, 2019 – but will the trend continue?

Die Investitionen fließen weiterhin, wenn auch mit niedrigerem Tempo. Gemäß einer Studie von Venture Scanner verzeichnete die Kategorie Krankenversicherung im letzten Quartal die höchsten Finanzierungszuflüsse (vor Autoversicherung). Folgende Unternehmen haben die größten Finanzierungsrunden der letzten 90 Tage durchgeführt:
Lemonade hat in der Serie D 300 Mio. Dollar gesammelt. Sie verwenden bekanntlich einen KI-gesteuerten Bot, um das Versicherungskauferlebnis für Mieter/Hausbesitzer zu digitalisieren. 
Policybazaar ist mit 498,6 Mio. Dollar die größte Versicherungsaggregator-Website Indiens. 
Friday (digitales Kfz-Versicherungsgeschäft) hat zuletzt 128 Mio. Dollar eingesammelt.
Die 125 Mio. Dollar aus der jüngsten Finanzierungsrunde bei Wefoxwerden für die Expansion in den europäischen Broker-Markt und den Ausbau der Produkt- und Engineering-Teams verwendet.
74 Mio. Dollar gingen an die chinesische Versicherungsplattform Shuidihuzhu: Insbesondere bei Patienten mit einer schweren Krankheit sollen die Arztkosten übernommen werden. Das ganze funktioniert über Crowdfunding aller Benutzer, die Kommunikation läuft über WeChat.  insurtechnews.com

Plattform oder Tod? Versicherungen im Wandel

Kundenbeziehungen personalisieren – digital umdenken – wer das nicht macht, wird in 10 Jahren weg sein, prophezeit Matthias Höhne, globaler Leiter Insurance von Bearing Point. Beispiele gibt es genug. Der Schlüssel zum Erfolg: Ein hybrides Geschäftsmodell als Kombination aus traditionellem Versicherungsgeschäft und digitalem Plattformangebot. Dabei vermittelt die Plattform dann auch Nichtversicherungsprodukte, z.B. eine Gesundheitsberatung über Chats, Lieferung von Medikamenten u.ä.. Der Vorteil ist, dass sich die Angebote so mit den Daten der Nutzer personalisieren lassen. Und auch hier gilt: Der Kunde steht im Mittelpunkt. Weg von der Wertschöpfungskette – hin zu einem sternförmigen Ökosystem. be.invalue.de, Bearing Point-Studie bearingpoint.com

Making Annuities Friendlier, With Insurtech

Robo-Berater und Chatbots können auch für Berater Mehrwert bieten. Für den Rentenanlagen-Vertrieb gibt es vier grundlegende Alternativen, um effektiveren Kundenkontakt und besseren Service/Beratung zu liefern. Während es bei den ersten drei hauptsächlich darum geht, über welche Plattformen und wie Berater arbeiten, geht die vierte Option den „InsurTech-Weg“: Kunden einzubeziehen („engagement model“). Status Moneyhat eine Plattform geschaffen, auf der Einzelpersonen anonym ihre Finanzen mit ähnlichen Profilen vergleichen können. Die Verbraucher können sehen, wie sich ihre Finanzen entwickeln, wenn sie sich selber darum kümmern und sich ihre eigenen Ziele setzen. Sie können auch einen Berater konsultieren, der einen Plan entwickelt, der den individuellen Bedürfnissen des Kunden entspricht. Grundsätzlich kommt es unabhängig von der Plattform auf zwei wesentliche Dinge an: Der Berater muss Produkte anbieten können, die den individuellen Bedürfnissen des Kunden entsprechen – und die Kunden wollen den Berater über den Kanal ihrer Wahl und wann immer sie wollen erreichen können. thinkadvisor.com

Gute Zeiten für Arbeitnehmer im Versicherungsgewerbe

InsurTechs bringen frischen Wind und Freiheit in die Versicherungsbranche, so ein Bericht in der Börsenzeitung. Wie das? InsurTech haben keine Altlasten, keine festen Organisationsstrukturen und keine Bestandsführungssysteme. Sie können Dienstleistungen oder Teile neu aufbauen und gestalten. Die Mitarbeiter sind freier im Denken und die Organisation kann von Beginn an darauf ausgerichtet werden, die Kundenbedürfnisse zu erfüllen. IT wird inhouse betrieben, alles läuft über Technik und digital. So wird die Versicherungsbranche für junge IT-Fachkräfte wieder interessant. 80% der Arbeitszeit wird dafür verwendet, Abläufe kundenfreundlicher, schneller und transparenter zu gestalten. Reaktionszeit ist alles. www.boersen-zeitung.de


Digital Finance Conference: Deutschland ist bei Insurtechs nicht „schnell genug“

Das Potenzial für InsurTechs in Europa ist vorhanden: Laut einer Studie von Bitkom geben schon über 50% der Befragten an, eine Versicherung online abgeschlossen zu haben. Es gibt leider auch Stolpersteine für hiesige InsurTechs: Die uneinheitliche Gesetzeslage und die besondere Geschäftskultur in Deutschland. Denn wer hier einmal gescheitert ist, bekommt kein Kapital mehr, so Dominik Hennen, Vorstandsmitglied der PB Versicherungen (talanx). Auch die Kapitalbeschaffung ist in unserer Region schwierig. Es gibt nur wenige institutionelle Investoren, weshalb auch Universitäten hier tätig werden können / sollten. Zum Vergleich: Harvard investiert jährlich 13 Milliarden Dollar in junge Unternehmen. be.invalue.de

Allianz-Haug: Gegen Amazon wären wir chancenlos

Das gibt zu denken: Amazon ist nur noch nicht im heimischen Versicherungsmarkt, weil dieser reguliert ist. „Wenn Amazon mit seinem Kundenwissen und seiner Kundenzufriedenheit da einsteigt, müssen sich die großen Versicherer warm anziehen,“ so Haug auf der MCC-Konferenz Insurance and Tomorrow.  Denn die Erwartungshaltung der Kunden ist gestiegen: Zum Beispiel möchte er selbst entscheiden, wie er den Versicherer kontaktiert (online, via App oder über das persönliche Gespräch) und auch problemlos zwischen den verschiedenen Kanälen wechseln können. Am einfachsten wäre es für Kunden und Versicherer, über bestehende Apps wie z.B. WhatsApp zu kommunizieren. Das ist aber aufgrund der Datenschutzbestimmungen nicht möglich. Dabei gibt es viele andere Apps oder Tools, aber oft sind diese nicht bekannt und werden deshalb vom Kunden auch nicht genutzt. be.invalue.de

[Thesis] Insurers will not disappear but… change drastically! (1/3, Distribution)

Wie könnte die Zukunft der Versicherung aussehen? Werfen wir einen Blick auf die drei größten Stärken: 1. Riesige Kundenbasis; 2. Fähigkeit, Risiken vorherzusagen und zu bewerten; 3. Riesige Bilanzen zur Abdeckung dieser Risiken. Wie wird die Technologie die Zukunft der Versicherungs-Wertschöpfungskette verändern und welche Herausforderungen entstehen dadurch? Welche Strategie wird gewählt? Die Kundenakquisitionskosten (CAC) sind bei Versicherer und InsurTech enorm. Ein langlebiges Geschäft lässt sich nur durch die Schaffung einer nachhaltigen Kundenbasis und der Reduzierung der CAC erreichen. Der Weg zu einer Versicherung führt inzwischen oft über eine ganz andere Plattform, z.B. über eine Mitfahr-, Gesundheits- oder Matchmaking-Plattform, also über Dienste, die für ihren Kunden einen Mehrwert haben, der nichts mit Versicherung zu tun hat. Interessant ist, dass – neben der großen Anzahl Kunden – diese Plattformen die Fähigkeit haben, zu verstehen, wer diese Kunden sind, wie sie sich verhalten und was sie brauchen. Außerdem haben diese Plattformen viel mehr Kontakt zu ihren Kunden (als jeder Versicherer). Diese Plattformen haben deshalb ein enormes Potential für den Vertrieb von Versicherungsprodukten – einerseits durch die oben genannten Vorteile, andererseits, weil viele dieser Plattformen immer noch nach Geschäftsmodellen suchen, um ihre Nutzerbasis zu monetarisieren. Die Versicherungsbranche kann so zusätzliche Einnahmen und Margen ergänzend zu ihren Kernaktivitäten generieren. medium.com


Schluss mit Papierchaos: Diese InsurTechs räumen die Versicherungsbranche auf

Wefox: Das InsurTech Wefox will in weitere europäische Märkte expandieren. Außerdem ist für Anfang 2020 der Eintritt in den asiatischen Markt geplant, erst Japan, dann China. Das Angebotbesteht aus drei Säulen: Über die Wefox-Plattform können Versicherungsmakler die Verträge ihrer Kunden verwalten. Über ONE werden Haftpflicht- und Hausratsversicherungen angeboten. Interessant ist besonders Nexus: hier soll dem Kunden anhand von Standortdaten situationsabhängige Angebote unterbreitet werden (z.B. Diebstahlversicherung, wenn sich der Kunde in einer Region mit hoher Kriminalitätsrate befindet). Kritik kommt hier von den Datenschützern.
Clark: „Der digitale Versicherungsmanager“ speichert in einer App alle bestehenden Verträge. Es können aber auch neue Verträge abgeschlossen werden. Die Übersicht in der App zeigt auf, was noch fehlt. Die App gibt auch Auskunft, wie wichtig eine Versicherung ist und vergleicht konstant die verschiedenen Angebote.
Getsafe: Was als Versicherungsmanager begann, ist nun selber Versicherer. Künstliche Intelligenz soll hier helfen, den Versicherungsprozess und die Verwaltung unkomplizierter und schneller zu gestalten. Vorerst werden hauptsächlich Chatbots eingesetzt, die vor allem Schadensmeldungen deutlich vereinfachen (Einreichen eines Bildes anstatt Begutachtung). Zukunftsmusik: maßgeschneiderte Versicherungen und Bekämpfung Versicherungsbetrug durch den Einsatz von KI. Expansion im europäischen Raum. Ziel: „das erste Unicorn am InsurTech-Sternenhimmel“ werden.
Friday: Die Tochter der Schweizer Baloise Group bietet Autoversicherungen zum Festpreis oder nach tatsächlich zurückgelegter Kilometerzahl an. fuer-gruender.de

„Wir haben damals gespürt, dass unsere Arbeit keinen Sinn mehr hat“
2014 startet Empaua nach einer interessanten Vorgeschichte. Das Konzept: Die Mitarbeitenden des Company Builders arbeiten erst als Berater und lernen so das Unternehmertum. Ihre Unternehmenskunden berät Empaua im Umgang mit Salesforce. Später können sie dann ihre Geschäftsideen mithilfe von Empaua ausgründen. Die prominenste Ausgründung war Wefox, das Julian Teicke (Mitgründer von Empaua) selbst gegründet hat und führt. Weitere Beispiele sind Orgos (Software für Personalmanagement) und Doctorly (Organisations-Tool für Arztpraxen).
gruenderszene.de

Insurtech: Catalysing Growth in the Insurance Sector

Die alte Welt: Der Versicherte wird anhand einer versicherungsmathematischen Tabelle in eine Risikokategorie eingeteilt. Nachteil: einige Menschen bezahlen aufgrund ihres Risikoprofils zuviel. Die neue Welt: InsurTechs bilden durch die Datennutzung der verschiedenen neuen Technologien feinere Risikogruppen, so dass die Produkte das tatsächliche Risiko des einzelnen Kunden widerspiegeln. Der Kunde übernimmt die Kontrolle über seine Versicherung. Mithilfe von KI werden, basierend auf den Präferenzen und dem Lebensstil des Kunden, die relevantesten und nützlichsten Produkte schnell zusammengefasst und dem Kunden empfohlen. Das Geschäft wird neu aus Sicht des Kunden betrachtet. entrepreneur.com


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** Termine **

DIA Amsterdam 2019, 25. bis 27.6.2019, Amsterdam
Eine der größten Events dieser Art mit ca. 50 InsurTechs auf der Bühne und ca. 1.000 Teilnehmern aus 50 Ländern. digitalinsuranceagenda.com

Insurtech Connect, 23. bis 25.09.2019, Las Vegas
InsureTech Connect ist die weltweit größte Insurtech-Veranstaltung und bietet Zugang zu einem der umfassendsten Treffen von Technologieunternehmern, Investoren und etablierten Vertretern der Versicherungsbranche aus der ganzen Welt. insuretechconnect.com

InsurTech Rising International, 8. und 9.10.2019, Paris
Sprecher unter anderem Nikolaus Sühr von Kasko, Christian Wiens von Getsafesowie Julian Teicke von wefoxfinance.knect365.com

Insurance Innovators Summit 2019, 13. und 14.11.2019, London
„Wo traditionelle Versicherungen und InsurTechs aufeinander prallen“. Mit mehr als 120 Referenten und mehr als 800 Teilnehmern. Unter anderem mit PingAn, Laka, Insurninja, Lings und InsurAds.

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