Getsafe, netinsurer, Dextra, kasko2go, Innosure.me, mailo, Root, Zendrive, Vitality, Xiaobangguihua, Oscar, Coya

von Dr. Errit Schlossberger, InsurTech-Builder 
und Nicoletta Samira Staub, Bloggerin

In dieser Woche fällt die sehr hohe Informationsdichte zu InsurTech-Lösungen im Kfz-Versicherung-Segment auf. Sei es die Schweizerische Bank Postfinance, die mit Unterstützung eines Schweizer InsurTechs in den dortigen Kfz-Versicherungsmarkt eintritt oder die Schweizer Dextra, die mit Telematik-Tarifen punkten will/wird. Die Schweizer kasko2go partnert mit einem Versicherer in der Ukraine, um seine App-basierte Telefmatik-Lösung zu skalieren. Und schließlich sammelt das amerikanische, auf Telematik-Tarife spezialisierte InsurTech Root mit inzwischen 528 Mio. USD mehr Gelder ein als Lemonade es bisher getan hat und ist mit einer Marktbewertung von 3,7 Mrd. USD ein weiteres Unicorn am InsurTech-Firmament. Die Kfz-Versicherung ist zwar eine der komplexesten Versicherungssparten am Markt, dafür aber auch für die Versicherungs-Newcomer eine der spannendsten im Bezug auf digital erreichbare Abschlusszahlen, auf Umsatzhöhe, Cross- und Upselling. 

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** InsurTechs DACH Region **

Haftpflichtversicherung von Getsafe: 6 Monate kostenlos im FOCUS-Online-Deal

So kann man auch Kunden gewinnen: Leser von FOCUS Online können sich jetzt 6 Monate kostenlos bei der Haftpflichtversicherung von Getsafe versichern lassen. Dies entspricht einem Betrag von 28,20 Euro. Der Basis-Versicherungsschutz ist jederzeit erweiterbar, die Selbstbeteiligung frei wählbar und die Versicherung täglich kündbar. focus.de

Ex-Chef von Aon Österreich geht zu netinsurer

Vom Großmakler zum InsurTech: Helmut Geil (48) geht als Chief Development Officer ins Management-Team von netinsurer und ist dort für den gesamten Vertrieb zuständig. Der Jurist war bei Assitalia und Generali tätig, bevor er verschiedene Management-Funktionen bei Aon ausübte. asscompact.at

Postfinance ist jetzt auch eine Versicherung – und warum die Angst vor der Kannibalisierung Türen öffnet

Postfinance hat mit aktuell 2,9 Mio. Bankkunden für Schweizer Verhältnisse eine gewaltige Kundenbasis und möchte nun Autoversicherungen anbieten. Warum die Angst? In 2 Minuten durchgeklickt und den Preis für die neue Autoversicherung wird präsentiert – und der ist erstaunlich günstig. Das ist der eine Punkt. Der andere ist das klare Online-Angebot mit klickbaren Optionen (bei jeder Option wird sofort die Auswirkung auf den Preis sichtbar). Postfinance sieht in der Autoversicherung „ein neues Geschäftsfeld mit grossem Ertragspotenzial, das die Digitalisierungs-Strategie optimal ergänzt“. Postfinance arbeitet mit dem Schweizer InsurTech Toni Digital Insurace Solutions und der Munich Re zusammen. Die Befürchtungen? Ein neuer Anbieter ohne bestehende Versicherungs-Produkte ist klar im Vorteil, weil er sich nicht selbst kannibalisiert, sondern ausschliesslich die Produkte der Konkurrenz. moneytoday.ch

Das gibt es noch nicht: Prämien sparen, während das Auto steht

Und noch einmal Schweiz: Das Schweizer InsurTech Dextra bietet eine Lösung für Wenigfahrer: Autoversicherung mit Prämie nach gefahrenen Kilometern. Autosense bringt zusammen mit Dextra das Modell Flexdrive auf den Schweizer Markt. So funktioniert es: die Autosense-App herunterladen, Adapter kaufen (ca. 60-90 CHF), diesen an der ODBC-Schnittstelle anschliessen und die Kfz-Versicherung bei Dextra abschliessen (direkt in der App). Das Sparpotenzial gibt es nur für die Haftpflicht und Vollkasko-Versicherung, da bei Teilkasko die Fahrleistung ja keine Rolle spielt. Das Modell ist neu für die Schweiz. Nicht neu allerdings ist das Thema „Daten gegen Geld“. Interessant: Zurich ist zusammen mit Swisscom und Amag an Autosense beteiligt (die NZZ spricht hier von einem „Schweizer Ökosystem rund um das vernetzte Auto“). Ab 12.000 km pro Jahr lohnt sich eine „normale“ Autoversicherung. blick.chnzz.ch

Zuger Insurtech-Startup erhält Zugang zu 4,5 Millionen potentiellen Neukunden

… in der Ukraine: Das Schweizer InsurTech kasko2go geht Kooperation mit der ukrainischer OKKO GROUP ein und erreicht damit 4,5 Mio. ukrainische Autofahrer der OKKO GROUP Tochter Universalna. Die kasko2go-App berechnet die Autoversicherungsprämie nach dem persönlichen Fahrstil. Ende 2018 hat das Start-up eine Finanzierungsrunde über 2,5 Mio. Euro abgeschlossen.  startupticker.ch

Hochzeitspolice aus dem Sandkasten

Entsprechend der agilen Vorgehensweise eigentlich nichts Neues, aber für Versicherungen doch neuartig, smart und innovativ: Auf ihrer Online-Plattform Innosure.me, einem „digitalen Sandkasten“, testet die Ergo Versicherungsprodukte (zum Beispiel einen Schutzbrief für Musikinstrumente oder eine Versicherung gegen Flug- und Zugverspätungen). Das Konzept dahinter: Produktinnovationen auf der Plattform testen anstatt diese als neue Produkte mit unklaren Erfolgsaussichten bei ERGO Direkt oder nexible einzupflegen und dabei viel Zeit und Geld zu investieren, so Mark Klein, CDO bei ERGO. „Wenn wir sehen, dass ein Produkt funktioniert, bauen wir es bei nexible oder bei Ergo nach und übertragen die bestehenden Verträge an eine der beiden Gesellschaften“, erläutert Klein das Modell. Dank der Cloud-Technik der Plattform ist ein neues Angebot in zwei bis sechs Wochen auf dem Markt. Mit Google Anzeigen werden potentielle Kunden angelockt. „Dann schauen wir, wie gut unsere Angebote ankommen, wie viele Personen sich informieren und wie viele dann tatsächlich einen Vertrag abschließen“, so Klein weiter. Ein weiteres Anwendungsbeispiel: Eine Hochzeitsversicherung für den Fall, dass die Trauung kurzfristig ausfällt –oder sich die Braut nicht traut (Anmerkung der Redaktion)sueddeutsche.de

Digitale Büro-Versicherung : mailo erweitert Angebot für Selbständige und Freiberufler / Unkomplizierter Schutz für Bürobetriebe: vom Wasserschaden bis zum Schlüsselverlust

Neben einer Berufshaftpflicht und einem Schutz gegen Vermögensschäden für Unternehmer, Selbständige und Freelancer bietet der Digital-Versicherer mailo nun für rund 150 Arten von Bürobetrieben eine Büroversicherung mit Versicherungssummen von 2, 3 oder 5 Mio. Euro an. Was versichert ist: Schlüsselverlust, Mietsachschäden, Büroausstattung (bei Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, Einbruchdiebstahl – elektronische und mobile Geräte bis 100.000 Euro, auch unterwegs), Strafverteidigungskosten bis 100.000 Euro, Schadenersatzforderungen/Abwehr von unberechtigten Forderungen. mailo-Gründer Armin Molla dazu: „Die neue Büro-Police stellt die ideale Ergänzung zur Berufshaftpflichtversicherung dar, damit alles geschützt ist, was im Betrieb passieren kann.“ presseportal.de


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** InsureTechs Internationale Märkte **

Auto-focused insurtech unicorn Root raises another $350 million, nearly quadrupling its valuation

Das US-amerikanische Insurtech Root schließt laut The Wall Street Journal eine Finanzierungsrunde über 350 Mio. USD mit einem Wert von 3,7 Mrd. USD ab. Die Runde wird von den neuen Investoren Coatue Management und DST Global angeführt. Ein Jahr nach der Aufnahme von 100 Mio. USD wird Root dadurch zu einem InsurTech Einhorn. Sehr interessant ist auch der Vergleich mit dem hierzulande deutlich bekannteren InsurTech Lemonade: in 2019 hat Root damit schon 50 Mio. USD mehr Funding erhalten als Lemonade, das bis dato „nur“ auf 300 Mio. USD kommt. Und auch insgesamt liegt Root mit einem kumulierten Funding von 528 Mio. USD vor Lemonade mit 480 Mio. USD. 
Root konzentriert sich auf den Verkauf von Autoversicherungen und nutzt Smartphones, um das Fahrverhalten der Benutzer zu messen und anhand dieser Daten das Risiko eines einzelnen Fahrers zu bewerten. In der Root-App können Benutzer Versicherungen abschließen, ihre Versicherungskarte abrufen, Vertragsänderungen vornehmen und einen Schadenfall melden. Die Finanzierung wird vermutlich dazu beitragen, dass Root sein Wachstum und seine Marketingbemühungen vorantreibt, um seine Markenbekanntheit zu steigern. Root verdiente in der ersten Jahreshälfte 2019 Versicherungsprämien in Höhe von 133,4 Mio. USD, das sind zwölfmal mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.  businessinsider.comnews.crunchbase.com

XL Innovate leads auto insurtech Zendrive’s $37m funding round

Das Daten- und Analytikunternehmen Zendrive hat 37 Mio. USD in einer Serie-B-Finanzierungsrunde unter der Führung von XL Innovate, dem Risikokapital-Versicherungsfonds von AXA XL, gesammelt. Ebenfalls einbezogen waren Hearst Ventures und bestehende Investoren wie ACME Capital, BMW iVentures, NYCA, SignalFire. Zendrive plant, die Mittel zu verwenden, um seine mobile Fahrsicherheitslösung weiter auszubauen und sein Team weltweit zu erweitern. reinsurancene.ws

Vitality GP Offers Home or Work Blood Testing

Nachdem rund 70% aller Vitality Programm-Mitglieder, die einen schnellen Zugang zu Bluttests benötigen, sich in einem Pilotprojekt für die Heimdiagnostik entschieden hatten, bietet Vitality GP (GP steht für General Practitioner = Allgemeinarzt) – der Video-GP Service der Krankenversicherer – diesen Bluttest nun mit Hilfe von qualifizierten Krankenschwestern zu Hause oder an bestimmten Arbeits-Standorten an. Er steht allen Mitgliedern als Teil der Grundversorgung von Vitality zur Verfügung und wird direkt an Vitality abgerechnet, so dass die Mitglieder keine Gebühr dafür zahlen müssen. Der Service für die Heimdiagnostik wird von Square Health angeboten. coverager.com

Tencent leads USD 28.4 million Series B round for online insurance platform Xiaobangguihua

Das in Peking ansässige Versicherungsunternehmen Xiaobangguihua hat seine Serie-B-Eigenkapitalfinanzierungsrunde abgeschlossen und 200 Millionen RMB (28,4 Mio. USD) eingezogen. Dabei führt Tencent die Runde an, neben Aktionären wie Sequoia Capital China und die Reinsurance Group of America. Xiaobangguihua verkauft selbst entwickelte Online-Kurse über den richtigen Kauf von Versicherungs- und Finanzprodukten. Es empfiehlt auch Versicherungsprodukte über sein WeChat Public Account und über eine eigenständige App. Xu Bin, Gründer des Unternehmens, sagt dazu, dass die neuen Mittel verwendet werden, um die Technologieplattform weiter zu stärken, weitere Online-Kurse zu entwickeln und die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern. Xu, der einen Master-Abschluss in Statistik und einen weiteren in Finanzen hat, arbeitete für die Deutsche Bank, Morgan Stanley und Snow Lake Capital, bevor er sein eigenes Unternehmen gründete. kr-asia.com

Reinsurance News

Der in den USA ansässige Krankenversicherer OscarHealth hat eine neue mehrjährige Quotenrückversicherung mit der Berkshire Hathaway’s National Indemnity Company (NICO) abgeschlossen. Neben der Rückversicherung mit AXA seit Januar 2018 ist dies der zweite Rückversicherungsvertrag. Die Partnerschaft wird derzeit von den Aufsichtsbehörden überprüft. Im Falle einer Genehmigung wird Oscar 50% seines Risikos auf das Portfolio an NICO zedieren. Dies soll Oscar zusätzliche Kapitalflexibilität ermöglichen, um das Wachstum, auch in andere Versicherungssegmente außer Obamacare, voranzutreiben und in neue Technologien zu investieren, so Sid Sankaran, Chief Financial Officer (CFO) von Oscar Health. reinsurancene.ws


** Lesenswertes ** 

Warum digitales Versichern die Zukunft ist

Müssen Versicherungen kompliziert und bürokratisch sein? Nein, lautet die Antwort. Eine Umfrage der Adcubum Deutschland zeigt: 69% der Deutschen können sich vorstellen, eine Versicherung komplett online abzuschließen (im Vorjahr: 57%). Die Vorteile einer digitalen Versicherung: geringere Kosten, Verfügbarkeit rund um die Uhr, flexiblere Verträge. Viele Versicherte haben laut der Studie bereits positive Erfahrungen mit den digitalen Angeboten gemacht, was sich auch darin zeigt, dass rund zwei Drittel der Befragten sich vorstellen könnten, eine Kfz-, Haftpflicht- oder auch eine Hausratversicherung online abzuschließen. Und immerhin die Hälfte würde online eine Unfallversicherung und Kranken- bzw. Krankenzusatzversicherung abschließen. Design, Nutzerfreundlichkeit, Einfachheit – damit locken die digitalen Versicherer. Ihr großer Vorteil: schnellere Prozesse und ein faires, objektives Versichern (zum Beispiel durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz), schreibt Getsafe-CEO Christian Wiens in dem Artikel. lead-digital.de

Hausratversicherung: Suchmaschinenanzeigen stechen Vergleichsportale aus

Research-Tools hat die Marketingaktivitäten von 10 Versicherern (Allianz, Ammerländer, CosmosDirekt, Coya, ERGO, HanseMerkur, HDI, HUK24, LBN, Neodigital) analysiert. Die Ergebnisse :

  • 3 Versicherer sind in 15 von 20 relevanten Vergleichsportalenpräsent. 6 hingegen in weniger als 3 Portalen.
  • 5 Versicherer verzichten auf klassische Werbung. Auf Coya entfällt ein Großteil der Werbeausgaben.
  • Von 50 möglichen Top 10-Platzierungen erreichen die untersuchten Versicherer bei Google SEOnur 16. 3 der 10 Anbieter weisen keine Platzierungen innerhalb der ersten 100 Ergebnisse auf.
  • Anzeigen in Suchmaschinen (SEA) werden prominent eingesetzt. 7 Versicherer schalten Anzeigen zum Suchbegriff Hausratversicherung, alle 7 untersuchten Versicherer platzieren sich deutlich sichtbar.
  • Social Media: durchschnittlich 5,1 Beiträge pro Anbieter erschienen auf Facebook und Twitter innerhalb von 12 Monaten. Ein Großteil der Postings gehen auf das Konto von Coya oder HUK24.  Kaum Verwendung von YouTube (1 Video).
  • Nur 30% nutzen Influencermarketingund Pressemitteilungen.

marktforschung.de

Versicherungsexperte Simon Kaesler: „Neue digitale Geschäftsmodelle zeigen Erfolg“

Seit 2012 wurden mehr als 10 Mrd. USD in Insurtechs investiert. Dabei hat Kaesler, McKinsey, drei Haupttrends beobachtet:

  1. Diversifikation: Es zeigt sich, dass Insurtechs vermehrt digitale Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Geschäftsbereiches hinweg entwickeln.
  2. Professionalisierunggeht mit Unternehmensreife einher: „Um sich in dem hoch komplexen und stark regulierten Versicherungsmarkt behaupten zu können, müssen InsurTechs beweisen, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht haben“, so Kaesler.
  3. Kollaboration: Die ist zwingend nötig, wenn InsurTechs überleben wollen. Kaesler dazu: „Die Frage lautet nicht länger „Insurtechs oder traditionelle Versicherer“, sondern wie beide am besten zusammenarbeiten können, um echten Mehrwert für Kunden zu erzielen.“

Kaesler spricht von einer substanziellen Kluft zwischen erfolgreichen neuen Anbietern und durchschnittlichen traditionellen Versicherern, welche eher noch größer wird. Und beobachtet, dass digitale Unternehmen einfach erfolgreicher sind und dass neue digitale Geschäftsmodelle an Dynamik gewinnen. Außerdem gäbe es einen ausgeprägten Trend zu „The winner takes it all“, also die größten Anbieter absorbieren einen Großteil des Wachstums und der Profitabilität im digitalen Versicherungsgeschäft. Seine Empfehlung: es gibt kein „digitales Patentrezept“. Es ist wichtig, sich zu überlegen, welche digitalen Technologien am besten zum eigenen Geschäftsmodell und Wertangebot passen. Und dann auf die maßgeblichen digitalen Wachstumstreiber fokussieren und skalieren. Die Zukunft wird von der Zusammenarbeit zwischen traditionellen Versicherungsunternehmen und InsurTechs geprägt sein (wie das ja auch an anderen Stellen immer wieder zu lesen ist)dasinvestment.com

Versicherer und Insurtechs: Traumhochzeit oder schmerzhafte Trennung?

Moritz Finkelnburg, der als Akademischer Direkter den Versicherungsbereich der Goethe Business School aufgebaut hat und seit April 2019 auch Vorstand Vertrieb der BGV ist, sieht als Herausforderung für InsurTechs in den nächsten Monaten, ihre Geschäftsmodelle kompatibel für Versicherer und andere potentielle Kunden im Finanzsektor zu gestalten. Umgekehrt erkennen Versicherer oft die Chancen digitaler Kooperationen nicht. Was also tun? Wenn „beide Seiten aus dieser Situation lernen, ihre Hausaufgaben machen und sich annähern, dann könnte 2020 doch noch das Jahr vieler Traumhochzeiten zwischen Versicherern und Insurtechs werden“. finletter.de

Adesso: „Wirklich disruptiv sind die wenigsten Start-ups“

VWheute im Interview mit Jan Philipp Giese (verantwortlich für Bereich Consulting Insurance beim IT-Dienstleister Adesso, berät seit 15 Jahren Versicherungsunternehmen), beleuchtet den Einsatz von KI in der Versicherungsbranche. KI sorgt für die quantitative und qualitative Verbesserung der automatisierten Erkennung von unstrukturierten Daten und die Überführung in strukturierte Daten und stellt sicher, dass die Prognose des Kundenverhaltens anhand seiner digitalen Bewegungsdaten immer genauer wird. Auf der Leistungsseite der Versicherer dienen KI-Verfahren dazu, anhand individueller Daten in anonymisierter Form dynamische, sich stetig verbessernde Prognosemodelle zu entwickeln. Und im Bereich Betrugserkennung werden bereits heute Scoring- und Profiling-Verfahren eingesetzt, um das Risikoprofil eines Antragsstellers um die zusätzliche Dimension „betrugsgefährdet“ erweitern. KI kann hier aber noch den Mehrwert der Mustererkennung bei bereits Versicherten leisten, z.B. wenn bestimmte Beteiligte (Geschädigte, Werkstätten oder Gutachter) wiederholt auftauchen. Die größten Anwendungsmöglichkeiten liegen im Vertrieb, z.B. bei Predictive Analytics, und in der Bildung von Ökosystemen. Da nach Ansicht von Giese die wenigstens der InsurTechs wirklich disruptiv sind, sind schon viele Allianzen / Ökosysteme mit „klassischen“ Versicherern entstanden. be.invalue.de

„Mit adaptiven Versicherungen kann der Makler seine Beratungssicherheit erhöhen“

Stephen Voss, Gründer und Vertriebsvorstand der Neodigital Versicherung, sieht großes Potential für sog. adaptive Versicherungen. Die Grundvoraussetzungen dazu: Tag-genaue Abrechnung, flexibles automatisiertes Produktmodell, digitale Schnittstelle für die spontane adaptive Zuschaltung der Leistungen, außerdem maximale Transparenz für den Kunden (wann hat er wie lange welche Leistung warum erhalten). Dies gilt auch für die Schadensabwicklung. Adaptive Lösungen sind vor allem geeignet für Produktarten, „in denen es in begrenzten Zeiträumen zu im Grunde gleichartigen, aber in der Höhe statistisch größeren Risikosituationen kommen kann“ (Bsp. Unfallversicherung für den Skiurlaub). Ebenfalls anwendbar sind sie für Haftpflichtversicherungen (Bsp. Teilnahme an sportlichen Wettkämpfen), und, wenn auch komplexer, sogar auch für Berufsunfähigkeitsversicherungen. Der wesentliche Vorteil: „Kunden bekommen einen automatisch erhöhten Risikoschutz in bestimmten Situationen, ohne diese Risikosituation durchgehend über die gesamte Vertragslaufzeit abzurufen oder bezahlen zu müssen.“ Makler und Vermittler werden dadurch nicht ersetzt, denn der Vermittler kann den Kunden auf solche adaptiven Möglichkeiten hinweisen und damit auch seine Position in der Beratung verbessern. Für Kunden, die sich gelegentlich in bestimmten erhöhten Risikosituationen befinden, stellt eine adaptive Versicherung eine sehr gute Lösung dar. pfefferminzia.de


** Jobs bei InsurTechs **


Coya (Berlin)


Friendsurance (Berlin)


Getsafe (Heidelberg)


Mailo (Köln)


NÜRNBERGER evo-X (Nürnberg)

sum.cumo (Hamburg/Düsseldorf)



** Termine **

InsurTech Meetup – Mobility-Trends – Beam me up Scotty?, 03.09.2019, Zürich

Austausch zum Thema InsurTech zwischen Start-ups, Investoren, Wissenschaftlern, Unternehmen, Beschleunigern, Politikern und anderen wichtigen Interessengruppen, die das Ökosystem aktiv gestalten. f10.ch

Auxmoney Start-Up Pitches, 04.09.2019, Frankfurt am Main 

24 Start-ups aus den Bereichen Fintech, Insurtech und Legaltech stellen sich vor. Banken und Versicherungen erfahren so, welche Lösungen es gibt. (Sideevent des Handelsblatt Banken-Gipfels.) startupvalley.news

Insurtech Connect, 23. bis 25.09.2019, Las Vegas

InsureTech Connect ist die weltweit größte Insurtech-Veranstaltung und bietet Zugang zu einem der umfassendsten Treffen von Technologieunternehmern, Investoren und etablierten Vertretern der Versicherungsbranche aus der ganzen Welt. insuretechconnect.com

Digitalization in Insurance, 26.09.2019, Köln

In praxisnahen und interaktiven Diskussionsrunden Austausch mit Branchenexperten der VHV, Zurich und Basler und zahlreichen Gästen aus der Versicherungswirtschaft und InsurTech-Szene. Diskussion und Networking stehen im Vordergrund. cologne2019.sollers.eu

EXECinsurtech, 1.10.2019, Köln

Europäischen Konferenz mit dem Schwerpunkt technologische Innovation in der Versicherungswirtschaft und vereint beide Welten: die Start-up- und Technologieszene sowie die klassischen Akteure der Versicherungswirtschaft. execinsurtech.com

InsurTech Rising International, 8. und 9.10.2019, Paris

Sprecher unter anderem Nikolaus Sühr von Kasko, Christian Wiens von Getsafe sowie Julian Teicke von wefox. finance.knect365.com

NEU: Bermuda Tech Week, 14. bis 18.10.2019, Bermudas

Innovationen zelebrieren, Wachstumschancen ergründen: das Programm bringt lokale und internationale Experten zusammen, um aufkommende Trends und die Rolle der Bermudas als Standort für Start-ups zu diskutieren. bermudatechweek.bm


DKM-Kongress InsurTech, 23. und 24.10.2019, Dortmund

Das diesjährige Kongressprogramm nimmt die Teilnehmer mit auf eine „Reise“ entlang typischer Stationen im Geschäft eines Versicherungsmaklers. Dafür wurden sechs Themenblöcke definiert, die die gesamte „Makler Journey“ abdecken. m.evensi.de

Insurance Innovators Summit 2019, 13. und 14.11.2019, London

„Wo traditionelle Versicherungen und InsurTechs aufeinander prallen“. Mit mehr als 120 Referenten und mehr als 800 Teilnehmern. Unter anderem mit PingAn, Laka, Insurninja, Lings und InsurAds. marketforcelive.com

DIA Munich, 20. und 21.11.2019, München

Die DIA Digital Insurance Agenda ist die größte internationale InsurTech Konferenz zum Thema FinTech auf dem Versicherungsmarkt. Unterstützt vom InsurTech Hub Munich. digitalinsuranceagenda.com

Provinzial Innovation Challenge, 21. und 22.11.2019, Münster

Innovative Ideen und Konzepte entwickeln und überzeugend pitchen. Es winken den Siegerteams Preise Im Gesamtwert von 4.500 Euro. provinzial-nordwest.de

DIA Hongkong, 11. bis 13.12.2019, Hongkong

„East meets West – West meets East“ ist das Hauptthema der ersten DIA-Konferenz in Asien. Illustre Veranstaltungsorte: Kai Tak Cruise Terminal und Cyberport Hongkong. digitalinsuranceagenda.com

insureNXT|CGN, 21. und 22.04.2020, Köln

Erstmalig organisieren die Koelnmesse und InsurLab Germany die Versicherungskongressmesse insureNXT|CGN. Ziel ist es, die Digitalisierung der Versicherungswirtschaft ganzheitlich zu betrachten und die InsurTech-Zukunft der Branche zu gestalten. Schwerpunkte der 2-tägigen Veranstaltung: „Insurance Technology“ und „Digital Transformation“ aus Versicherer- und Startup-Perspektive. insurenxt.com

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